Artikel 15 Schützen!

Liebe Leute,

wie ihr sicher schon mitbekommen habt, plant die Bundesregierung ein Verbot, das Kommunen künftig untersagen soll, Wohnungsbestände zu vergesellschaften – selbst wenn die Eigentümer:innen sich weigern, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das wäre ein massiver Eingriff in die kommunale Selbstverwaltung und würde uns das letzte wirksame Mittel nehmen, um gegen Wohnungskonzerne vorzugehen, die Mieten in die Höhe treiben.

Wir haben uns gefragt, was wir tun können, um dagegen zu mobilisieren – und sind zu dem Schluss gekommen: Wir müssen den Druck dort erhöhen, wo es weh tut – bei unseren direkt gewählten Abgeordneten vor Ort. Sie müssen spüren, dass sie mit massivem Gegenwind aus der eigenen Wählerschaft rechnen müssen, wenn sie dieses Vorhaben mittragen oder stillschweigend hinnehmen.

Deshalb haben wir einen Mustertext für eine E-Mail vorbereitet, den ihr an Eure zuständigen Abgeordneten schicken könnt. Ihr müsst ihn nicht eins zu eins übernehmen – je persönlicher, desto wirksamer. Aber er gibt euch eine einfache Vorlage, um schnell aktiv zu werden.

Hier die richtigen Ansprechpersonen für Dresden und Umgebung:

Kommunalpolitik (Stadtrat): Dana Frohwieser (SPD) – Dana.Frohwieser@spd-fraktion-dresden.de

Landespolitik (Sächsischer Landtag): Albrecht Pallas(SPD) – kontakt@albrechtpallas.de

Bundespolitik (Deutscher Bundestag): Rasha Nasr (SPD)– rasha.nasr@bundestag.de

Und so geht’s:
Schreibt eine E-Mail – gerne mit unserem Mustertext unten –,schickt sie ab und leitet diesen Aufruf dann an eure Freund:innen, Nachbar:innen und Mitbewohner:innen weiter. Je mehr Mails kommen, desto schwerer können sich unsere Abgeordneten wegducken. Anbei der Text:

Lieber SPD-Politiker, liebe SPD-Politikerin, [durch passenden Namen ersetzen],

ich appelliere an Sie, sich entschieden gegen das geplante Vergesellschaftungsverbot einzusetzen. Mit diesem Vorhaben greift die Bundesregierung die demokratische Entscheidung von Millionen Mieterinnen und Mietern an und riskiert den sozialen Frieden in unseren Städten. Mit dem Verbot soll ausgerechnet Artikel 15 des Grundgesetzes, ein Instrument, dass die SPD 1949 maßgeblich mit erkämpft hat, faktisch ausgehebelt werden. Das Vorhaben beraubt uns eines der wenigen verbliebenen Mittel direkter demokratischer Selbstbestimmung. Damit arbeiten Sie direkt gegen Ihre Wähler:innen und Ihre eigenen sozialen Werte, für die Sie jahrelang gekämpft haben!

Vor allem in Dresden zeigen sich die Folgen der Privatisierung dramatisch. Durch den Verkauf der WOBA hat die Stadt ihr wichtigstes Steuerungsinstrument für den Wohnungsmarkt verloren. Die Stadt Dresden hat dies längst erkannt und kauft genau diese Wohnungen überteuert zurück. Mit dem Gesetz würde Dresden eine wirklich effektive Alternative dazu verlieren.

Deswegen rufe ich Sie auf: Investieren Sie in unsere Zukunft! Besinnen Sie sich auf Ihre Ursprünge und setzen Sie sich für Ihr Klientel, Ihre Wähler:innen, Ihre Zielgruppe ein! Stoppen Sie das Vergesellschaftungsverbot!

Mit freundlichem Gruß

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion mit Aktiven der Kampagne Mietendeckel Jetzt! und der Dresdner Mietenbewegung.

Wann: 10. Juni 2026, 19 Uhr
Wo: Gewerksschaftshaus, Schützenplatz 14

Die Mieten explodieren, die Zahl der Sozialwohnungen und bezahlbaren Wohnungen nimmt ab, Eigenbedarfskündigungen häufen sich und die
Wohnungslosigkeit steigt. Wer umziehen muss, findet keine bezahlbare Wohnung. Das muss sich endlich ändern: Die Mieten müssen runter!

Mieten runter, Deckel drauf – einen optimistischen Ausblick gibt die Kampagne Mietendeckel Jetzt! Was steckt dahinter? Wie kann dieser erwirkt werden? Ist das die Lösung der Probleme? Das wollen wir erfragen und diskutieren.

Dazu haben wir Aktive der Berlinhaus Vernetzung und der Mietgemeinschaft Johannstadt sowie des Dresdner Mietervereins eingeladen. Sie werden sowohl zur Problemlage aus ihrer Sicht als auch von Erfahrungen, Zielen und Erfolgen berichten und ihren Blick auf den Mietendeckel mit uns teilen.
Im Anschluss wollen wir wissen, was ihr dazu denkt!

Briefeflut gegen Vonovia

Bereits letztes Jahr schrieben wir hier von der neusten Masche Vonovias, mit ausgedachten „wohnwerterhöhenden“ Merkmalen die Mieten zu steigern.

Jetzt hat die Mietgemeinschaft Johannstadt eine Aktion gestartet, um sich gemeinsam gegen diese Abzocke zu wehren, die wir gerne mit euch teilen wollen:

🤝 Gemeinsam gegen falsche Mieterhöhungen von Vonovia! 🤝

Die Mieterhöhungen aus dem letzten Jahr wurden vor Gericht als unrechtmäßig erklärt.
❗ Der Grund: „Wohnwerterhöhende Merkmale“, die sich die Vonovia einfach ausdenkt.
❌ Trotz der verlorenen Gerichtsprozesse versucht es Vonovia dieses Jahr mit dem
gleichen illegalen Trick.

Nicht mit uns!
Wir, die Mietgemeinschaft Johannstadt, wollen mit dir zusammen Vonovia mit Beschwerdebriefen fluten.
Sie sollen die Mieterhöhungen aus 2025 und 2026 wieder zurücknehmen – und zwar für uns Alle!

Wohnst du auch bei Vonovia zur Miete?

Dann solltest du jetzt:
1️⃣ online an der Briefaktion teilnehmen – Link: https://briefeflut.mietinitiative-johannstadt.de/
2️⃣ diese Nachricht an Menschen aus deiner Nachbarschaft weiterleiten
3️⃣ zu Treffen der Mietgemeinschaft kommen!

Die Mietgemeinschaft versendet alle Briefe auf einmal!
Je mehr Briefe, desto mehr muss Vonovia reagieren.

Mietpreisbremse

In vielen deutschen Großstädten ist Wohnraum knapp und teuer geworden. Mietpreise sind drastisch gestiegen und dadurch für viele Menschen nicht mehr bezahlbar. Das muss dringend gestoppt werden, denn Wohnen ist ein Grundrecht und die Mietpreishöhe ist oft nicht erlaubt. Ein kleines Werkzeug um das zu stoppen ist die Mietpreisbremse.

Eine Übersicht zur Mietpreisbremse und Mietwucher findest Du hier. Sie kann Dir helfen zu entscheiden, ob Du betroffen bist und zuviel Miete zahlst und ob es sich lohnt sich dagegen zur Wehr zu setzen. Wenn Du Dir unsicher bist, wie Du im Einyelnen vorgehen kannst, wende Dich an den Mieterschutzbund, oder schließe Dich mit Anderen zusammen indem Du unsere Offene Mietsprechstunde besuchst.

Haustürgespräche – Mach mit!

In der letzten Märzwoche finden dieses Jahr weltweit die sogenannten Housing Action Days statt – für das Recht auf Wohnen auf einem lebenswerten Planeten.

Wir laden Dich ein dazu gemeinsam mit uns Anwohner:innen über Ihre Möglichkeiten zu informieren sich gegen überteuerte Mieten zur Wehr zu setzen!

Hierfür haben wir in den vergangenen Wochen eine Übersicht zur Mietpreisbremse und Mietenwucher erarbeitet. Nach einer kleinen Aufwärmrunde und Training wollen wir ausgestattet mit Flyern, Broschüren und guter Laune Häuser aufsuchen, die wir im Verdacht haben, dass die Mietpreise dort gegen die Mietpreisbremse verstoßen. Im direkten Gespräch an der Wohnungstür mit den dort Wohnenden wollen wir im besten Sinne aufklären, Mut machen und dafür sorgen, dass Mieter:innen Ihre Rechte durchsetzen. Wenn Du Lust hast uns dabei zu unterstützen, dann komm am 25. März 2026 um 15:45 Uhr zum Martin-Luther-Platz in der Dresdner Neustadt. Wir treffen uns konkret vor der Wir-AG (Martin Luther Str. 21). Es wird eine Einführung geben. Anschließend suchen wir in kleinen Teams die Objekte auf. Zum Schluss gibt es bis etwa 19 Uhr eine kleine Auswertung.

Neue Vonovia Abzocke?

Zu den neuen Multisensor Plus Rauchmeldern von Vonovia

Darum lohnt sich ein Widerspruch

Die neue Modernisierungsoffensive der Vonovia ist nun auch in Dresden angekommen. Die Aktien fallen seit einigen Jahren stetig und der Konzern braucht Geld – schließlich müssen die Aktionär:innen ihre Dividende bekommen. Bekanntermaßen wird Vonovia dabei sehr kreativ. Ob raketenhafte Nebenkostenforderungen, die durch Subunternehmen verschleiert werden, oder frei erfundene Wohnungsmerkmale, die eine Mietsteigerung begründen sollen – bei Beidem bekommen sie zum Glück viel Gegenwind, und die Gerichte entscheiden reihenweise gegen sie. Also musste eine neue Strategie her.

Diesmal heißt die Idee: Einbau smarter Rauchmelder. Die neuen „Multisensor Plus“-Geräte können nicht nur Rauch, sondern auch Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Kohlenmonoxid messen. Da diese Zusatzfunktionen angeblich den Wohnwert erhöhen, will Vonovia die Kosten dafür auf die Miete und Nebenkosten umlegen. So zumindest die Begründung im Modernisierungsschreiben. Aber stimmt das wirklich? Wir haben uns die Sache genauer angesehen.

Grundlagen: Instandhaltung, nicht Modernisierung

Fangen wir ganz vorne an: Grundsätzlich ist jeder Vermieter gesetzlich verpflichtet, Rauchmelder in der Wohnung zu installieren und zu warten. Alle Maßnahmen, die damit zusammenhängen, fallen unter die Instandhaltung. Und Instandhaltung ist reine Vermietersache – die Kosten dafür darf er nicht auf die Mieter umlegen.

Ein einfacher Austausch alter gegen neue Melder ändert daran nichts. Dass Vonovia jetzt andere Geräte einbaut, macht die Sache nicht zu einer Modernisierung. Der Bundesgerichtshof hat erst kürzlich klarstellt: Der Austausch von Rauchmeldern ist keine Modernisierung im Sinne des § 555b BGB (BGH VIII ZR 213/21). Die Pflicht, für funktionierende Rauchmelder zu sorgen, bleibt Instandhaltung – Punkt.

Bevor wir über Kosten reden, muss Vonovia also erst einmal beweisen, dass hier überhaupt eine Modernisierung vorliegt. Und genau da wird es spannend.

Prüfung: Erhöhen die Zusatzfunktionen wirklich den Wohnwert?

Vonovia begründet die Modernisierung damit, dass die neuen Sensoren den Wohnwert steigern. Schauen wir uns die einzelnen Funktionen mal genauer an:

Der Kohlenmonoxid-Melder: Soll der Sicherheit dienen. Nur: In vielen Wohnungen gibt es gar keine CO-Quellen mehr. Wer an die Fernwärme angeschlossen ist, hat schlicht keinen Bedarf für einen solchen Melder. Und selbst wenn: Einen CO-Melder an der Decke zu montieren, ist fachlich unsinnig, weil Kohlenmonoxid dort nicht zuverlässig erkannt wird.

Der Feuchtigkeitssensor: Misst die Luftfeuchtigkeit. Das kann allenfalls der Schadensprävention dienen – liegt also vor allem im Interesse von Vonovia, um Schimmel und Bauschäden frühzeitig zu erkennen. Für euch als Mieter bringt das keinen echten Mehrwert.

Der Hitzemelder: In kleinen Küchen installiert, bietet er nur einen sehr geringen Sicherheitsgewinn, kann aber schnell Fehlalarme auslösen.

Die angebliche „Wertsteigerung“ hält einer Überprüfung also nicht stand. Weder wird objektiv der Gebrauchswert eurer Wohnung erhöht, noch steigt die Sicherheit nennenswert. Die Zusatzfunktionen sind schlicht nicht erforderlich.

Formelle Mängel: Die Ankündigung ist bereits unwirksam

Doch selbst wenn man all das großzügig ignorieren würde – die Ankündigung der Vonovia hat noch ein ganz anderes Problem. Modernisierungsankündigungen müssen bestimmte formelle Anforderungen erfüllen. Ihr müsst als Mieter:innen die geplante Maßnahme bewerten können.

In dem Schreiben von Vonovia fehlen jedoch genaue Angaben zur Funktionsweise der Geräte, zur Datenverarbeitung und zu den Sicherheitsstandards. Ohne diese Informationen ist eine Bewertung gar nicht möglich. Damit ist die Ankündigung bereits unwirksam – ein klassischer Formfehler, der einen Widerspruch mehr als rechtfertigt.

Ein tiefergehendes Problem: Datenschutz und Sicherheit

Abgesehen von der Frage des Wohnwerts gibt es ein weiteres, grundsätzliches Problem: Die Geräte erfassen, speichern und übertragen personenbezogene Daten.

Nach den derzeit verfügbaren Informationen ist völlig unklar, wo diese Daten landen. Diese fehlende Transparenz ist aus Datenschutzsicht höchst problematisch. Wenn nicht klar ist, wo und unter welchen rechtlichen Bedingungen die Daten verarbeitet werden, lässt sich schwer beurteilen, ob die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) überhaupt eingehalten werden.

Zusätzlich ist unklar, wie genau die Dateninfrastruktur und die Funkvernetzung der Geräte aufgebaut sind. Dadurch entstehen weitere Risiken – etwa in Bezug auf möglichen Datenmissbrauch oder Fehlalarme durch die Vernetzung.

Der Blick aufs Geld: Unwirtschaftlich und nicht umlagefähig

Kommen wir zum vielleicht konkretesten Punkt: den Kosten. Ein einzelner Multisensor Plus soll angeblich 125 € kosten. Bei einer durchschnittlichen Wohnung kommen da schnell mehrere hundert Euro zusammen. Zum Vergleich: Ein hochwertiger Rauchmelder eines Markenherstellers wie Bosch ist für etwa 80 € zu haben.

Vermieter sind jedoch dem Wirtschaftlichkeitsgebot verpflichtet (§ 556 BGB). Sie müssen die kostengünstigste Lösung wählen, die den Zweck genauso gut erfüllt. Ein Aufpreis von 45 € pro Melder für Funktionen, die niemand braucht, ist alles andere als wirtschaftlich.

Und dann ist da noch die Frage der Umlage. Ein Teil der Kosten soll offenbar auf die Nebenkosten umgelegt werden. Doch: Diese neuen Kosten fallen gar nicht unter die Betriebskostenverordnung (BetrKV). Und wenn sie nicht im Mietvertrag vereinbart wurden, dürfen sie auch nicht einfach so eingeführt werden. Laufende Kosten für Funkübertragung, Cloud-Speicherung und Fernwartung gab es vorher nicht – sie einfach so einzuführen, ist rechtlich mehr als fragwürdig.

Fazit: Widersprechen lohnt sich

Sofern in eurer Wohnung noch keine Rauchmelder installiert wurden, beschränkt sich eure Duldungspflicht auf gesetzlich vorgeschriebene Rauchwarnmelder – ohne zusätzliche, nicht erforderliche Funktionen. Die Multisensor Plus-Geräte gehen jedoch weit über dieses Maß hinaus. Sie sind weder als Modernisierung noch als einfache Instandhaltung zu rechtfertigen, verletzen Datenschutzgrundsätze und verstoßen gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot.

Wir haben ein Widerspruchsschreiben entworfen, dass ihr auf unserer Website herunterladen könnt. Am besten widerspricht ihr als Hausgemeinschaft – gemeinsam seid ihr stärker. In München hat beispielsweise bereits eine ganze Wohnanlage dem Austausch erfolgreich widersprochen.

Wenn euch das zu heikel ist oder ihr Unterstützung braucht, meldet euch gerne bei uns oder beim Mieterverein Dresden e.V. Wir helfen euch weiter.

Falls ihr euch noch weiter darüber informieren wollt hier noch ein paar Links:

Die Zeit: Der Spion an meiner Decke

WBS LEGAL: Vonovia: Neue Rauchmelder spionieren Mieter aus – und ihr sollt dafür zahlen | Anwalt Solmecke

WDR: Ärger um neue Vonovia-Rauchmelder: Dortmunder Mieter wehren sich

MieterInnenverein Witten und Umg. e.V.: Gründe für die Ablehnung von „Multisensor-Plus“-Rauchmeldern

Mieter:innen bei BerlinHaus

Mieter:innen der BerlinHaus Verwaltung laden ein zur nächsten Mieter:innenversammlung am 27.11.2025 um 18 Uhr zum Thema Neben- und Heizkosten im Haus der Begegnung (Großenhainer Str. 93).

Letztens erst sind die Heiz- und Nebenkostenabrechnungen reingeflattert und manche von Euch haben sich sicher mal wieder gefragt, ob das denn alles korrekt und rechtens ist. Das wollen wir gemeinsam prüfen und dagegen vorgehen!

In unseren ersten drei Versammlungen im Februar, April und Juli haben wir erschreckend viele Probleme mit BerlinHaus gesammelt und mit Hilfe des Mietervereins Dresden eine Reihe an Musterschreiben erstellt, die helfen können, sich gegen die Unverschämtheiten der Hausverwaltung zu wehren.

Nun wollen wir uns wieder treffen, denn es soll weitergehen! Kommt dazu, egal ob Ihr schon einmal da wart oder zum ersten Mal kommen wollt.

Ab jetzt wollen wir uns einzeln den größten Problemlagen mit BerlinHaus widmen. Am 27.11. beginnen wir mit dem Thema Heiz- und Nebenkosten.

Auch dieses Mal ist wieder sowohl ein Mietrechtsanwalt vor Ort, der einen kurzen Inputvortrag zum Thema Heiz- und Nebenkosten halten wird, als auch der Dresdner Mieterverein. Nach dem kleinen Vortrag wollen wir gemeinsam die ersten Schritte gehen, uns gegen intransparente und falsche Neben- und Heizkosten zu wehren und z.B. zusammen Belegeinsicht beantragen. Vorwissen brauchst Du dafür nicht und wir unterstützen uns gegenseitig. Aber bring gern Deine Abrechnung und ein digitales Endgerät mit, wenn Du eins hast. Es ist auch egal, ob Du die Nebenkosten bereits gezahlt hast, Widerspruch ist trotzdem möglich!

Einzeln haben wir wenig Chancen, doch wenn wir uns zusammenschließen, können wir etwas bewegen!

Also falls Dir Deine Heiz- und Nebenkostenabrechnung nicht ganz schlüssig erscheint, Du etwas dagegen machen willst oder einfach mehr zum Thema erfahren, dann komm vorbei!

Du kannst nicht dabei sein? Oder hast schon vorab eine Frage? Oder Du willst über den Verteiler auf dem Laufenden bleiben? Dann meldet Euch per E-mail: mieterinnenversammlung@dielinke-dresden.de

Ein Erfolgsbeispiel!

Ob Familie mit Kindern, Singles, migrantisch oder nicht, ob jung oder auf den Rollator angewiesen, am Dienstag Nachmittag, den 2.9.25 versammelten sie sich alle am Boenischplatz in der Johannstadt. So divers die Nachbarschaft des Viertel ist, so ist auch die Mietgemeinschaft Johannstadt, die zu dieser Kundgebung aufgerufen hatte. Zu Wort kamen die verschiedensten Stimmen und Perspektiven. Sie alle eint aber die Wut auf Vonovia, auf intransparente, überteuerte Nebenkosten. Eine Petition, die mehr Transparenz und verständliche Abrechnungen von der Vonovia einfordert, hatten bis dato 372 Mieterinnen und Mieter unterschrieben. Die Mietgemeinschaft existiert erst seit kurzer Zeit und ist mit Haustürgesprächen und dank der Petition soweit gewachsen, dass mehr als 200 Menschen zu der Kundgebung gekommen sind. Neben zahlreichen Wortbeiträgen der Mieter:innen vor Ort, gab es Gastbeiträge des Netzwerk Vonovia-Mieter Dresden, der Band Fiatelle, unserer Initiative und weiterer.

Nach dem Kundgebungsauftakt gab es einen Demozug mit lauten Sprechchören und Musik der Fiatelle Blaskapelle zum Büro von Vonovia, wo allerdings wenig überraschend niemand für die Mieter:innen zu sprechen war. Dafür nahmen Lokalpolitiker:innen Anne Herpertz (Piraten), Paul Senf und Polina Elviha (Die Linke), Julia Hartl (SPD) und Ulla Wacker (Grüne) die Forderungen entgegen.

Unabhängig von realen Verbesserungen durch lokale Politik oder Vonovia selbst, hat die Mietgemeinschaft schon jetzt erreicht, dass sich viele der Johannstädter Vonovia Mieter:innen nicht länger allein und ausgeliefert fühlen, dass ein guter Start fuer eine langfristige Vernetzung gelegt ist und sich in Zukunft die Bewohner:innen frühzeitig & gemeinsam gegen Zumutungen des Wohnungskonzerns wehren können.

Wir gratulieren zu diesem tollen Erfolg!

Wer in der Johannstadt wohnt und Kontakt zur Mietgemeinschaft sucht, erreicht diese unter: kontakt@mietgemeinschaft-johannstadt.de

Vonovia Mieterhöhungen

Mit dem neuen Dresdner Mietspiegel 2025 hat sich die Vonovia nicht lumpen lassen und eine umfassende Mieterhöhungswelle in Dresden gestartet. Als wäre das nicht schon genug, haben sie sich diesmal auch noch was ganz Besonderes ausgedacht.

„Wir haben viele Mieterhöhungen von Vonovia geprüft, und bisher sind diese nahezu alle falsch.“ (Florian Bau, Mietverein Dresden, SZ vom 19.02.2025)

Wenig Spielraum gibt es bei festen Kriterien, wie Wohnfläche und Baualter. Aber wie ist es eigentlich mit den „weichen“ Faktoren? Diese Merkmale dienen dazu, besonders positive oder besonders negative Merkmale einer Wohnung zu berücksichtigen. Hat dein Bad kein Fenster musst du weniger zahlen, genießt du den Komfort einer riesigen Dachterrasse, etwas mehr. Die wohnwerterhöhenden und wohnwertmindernden Merkmale werden von Vertreter:innen der Mieter:innen und Vermieter:innen diskutiert. Die daraus entstandene Liste ist aber nicht abschließend und gilt nur als Orientierung.

Falls ihr betroffen seid, stimmt auf gar keinen Fall einfach einer Mieterhöhung zu und sucht euch Unterstützung!

Hier ist die Vonovia nun kreativ geworden. Hält ein Bus in der Nähe? Wurde in den letzten zehn Jahren mal was repariert? Oder ist da etwa ein Stück Rasen vor dem Fenster? Dann ist das sicherlich eine private Grünfläche und die Miete gehört erhöht! 

An Rücksichtslosigkeit ist das kaum zu überbieten, da die meisten Merkmale bereits berücksichtigt wurden. So sieht das auch ein Gericht in Berlin und erteilt dem Vorgehen von Vonovia eine Abfuhr. 

Der Nahverkehr wird halt bereits in der Kategorie Wohnlage berücksichtigt und zur Instandhaltung eures Wohnraums sind Vermieter:innen sowieso verpflichtet. 

Passt also auf, was von euch verlangt wird! Am Ende ist es ein Spiel mit der Angst. Ein professionelles Schreiben von Vonovia erweckt den Eindruck, dass alles nach Ordnung verläuft und bevor man seinen Wohnraum verliert unterschreibt man lieber. 

Unsere Erfahrung zeigt aber genau das Gegenteil. In den meisten Fällen ist Vonovia im Unrecht und ein Widerspruch lohnt sich. Also, habt keine Angst, informiert euch, holt euch Unterstützung und vor allem, schließt euch zusammen! Eure Nachbar:innen haben dieselben Sorgen. Austausch und eine Gemeinschaft geben Sicherheit. Und vielleicht werdet ihr einfach selbst kreativ. Quietschen eure Dielen oder ihr hört die Nachbarn atmen? Dann ist das ja vielleicht auch mietwertmindernd und man kann da noch ein bisschen was für die Reisekasse rausholen.  😉

Um Eure Nachbarn zu informieren, bieten wir Euch hier einen Aushang für Euren Hausflur an, mit aufbereiteten Informationen des Netzwerk voNO!via und des Mieterverein Dresden.

Wenn ihr euch weiter informieren wollt, schaut z.B. auf der Webseite des Netzwerk Vonovia Mieter:innen Dresden vorbei oder auf der offiziellen Seite der Stadt Dresden.

Falls ihr konkret Hilfe benötigt, meldet euch z.B. beim Mieterverein Dresden oder versucht es direkt in eurem Viertel, wie in diesem Beispiel für die Johannstadt.

Ihr könnt euch auch jederzeit bei uns melden! Kommt auch gerne mit euren Fragen vorbei. Am ersten Donnerstag im Monat veranstalten wir immer eine offene Mietensprechstunde in der kosmotique auf der Martin-Luther-Straße 13. Beginn immer 20:00 Uhr, Wir freuen uns auf euch!

Wir suchen Unterstützung!

VERDRÄNGUNG HAT VIELE GESICHTER …

  • Steigende Mieten
  • Entmietung durch Modernisierung,
  • Ferienwohnungen statt Wohnraum,
  • Drohende Zwangsräunmung,…

… ABER DER WIDERSTAND AUCH!

Wir wollen die Verdrängung in der Stadt sichtbar machen, Mieter:innen in ihrem Häuserkampf unterstützen und uns für das Recht auf Wohnen einsetzen.

DAFÜR BRAUCHEN WIR DICH!

Für vielfältige Aktionsformen suchen wir tatkräftige Unterstützung, egal ob beim Layout eines Erste-Hilfe-Flyers oder zur kulinarischen Ausgestaltung eines Mieter:innenpicknicks. Ob mit viel oder wenig Zeit, ob lieber mit Worten, Bildern oder Aktionen.

Wir laden Dich herzlich zum offenen Treffen am Donnerstag, den 12. Dezember um 18:30 Uhr ein – in die Betriebsküche Friedrichstadt auf der Berliner Str. 63a.