Bericht vom ersten digitalen Mieter:innen-Treff

Wer hätte das gedacht, der erste Mieter:innen Treff im WorldWideWeb: Gut besucht und sehr konstruktiv. Auch wenn wir hoffen uns bald wieder analog treffen zu können.

Ein Thema wie häufig bei unseren Treffen: der Dauerbrenner Vonovia. Wie das Netzwerk Vonovia Mieter Dresden zu berichten wusste, legt die Großvermieterin keine Corona Pause für die Falschabrechnung und scheinbar systematischen Überbevorteilung ihrer Mieter:innen ein. So werden weiterhin falsche Nebenkostenabrechnungen mit teilweise haarsträubenden Posten versendet. Die Schneeberäumung am schneefreien Weihnachtsabend, die Berechnung von Pflegemaßnahmen an nicht vorhandenen Spielplätzen und Mieterhöhungsverlangen aufgrund falscher Einstufung der Wohnlage sind da nur die Spitze des Eisberges. Das Netzwerk hat einen Flyer erstellt der auf die Praktiken von Vonovia hinweist und Mieter:innen motivieren soll sich zusammenzuschließen um sich gemeinsam zu wehren. Der Flyer kann hier heruntergeladen oder bestellt werden.

Darüber hinaus konnte aber auch von erfolgreichen Klagen gegen die Machenschaften Vonovias berichtet werden. Ein weiterer erfolgreicher Weg scheinen Mehrfachklagen zu sein. Da eine Sammelklage gegen Vonovia nicht möglich ist und eine private Klage im Zusammenhang mit Mietrecht für Anwält:innen aufgrund des oft geringen Streitwertes nicht attraktiv ist, schließen sich mehrere Mieter:innen zusammen um bspw. gegen eine falsche Nebenkostenabrechnung in ihrem Haus zu klagen.

Ein weiteres Thema bei unseren Treffen war der Support der Gruppe wirbesetzendresden die mit Hausbesetzungen auf den Leerstand und den Mangel an bezahlbaren Wohnraum in Dresden hinweisen. Die Aktionsform der Hausbesetzung wurde in unsere Runde kontrovers diskutiert. Schlussendlich konnte aber festgehalten werden, dass auch Hausbesetzungen ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen Mietenwahnsinn, Spekulation und die Ausbeutung von Mieterinnen und Mietern sind. Während die Mieten in Dresden steigen, Menschen ohne Obdach sind oder unter menschenunwürdigen Bedingungen in Lagern leben müssen verfallen weiterhin Gebäude, um Immobilienspekulant:innen in ein paar Jahren noch höhere Profite zu bescheren. Unter diesen Link könnt ihr euch über die Motivation der Besetzerinnen und Besetzer informieren. Hier könnt ihr sie auch mit einer Spende für die Prozesskosten aufgrund der Strafanzeigen unterstützen.

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