Banneraktion am Johannstädter Elbufer – Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn!

Im Zusammenhang mit der #unteilbar Demonstration haben Aktivist*innen am Johannstädter Elbufer ein Banner mit der Aufschrift „Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn“ aufgehangen. Das Dresdner Bündnis „MietenwahnsinnStoppen!“, aus dessen Kontext das Banner entstammt, äußert sich erfreut über die hohe Aufmerksamkeit. Gerade der Dresdner Stadtteil Johannstadt ist in den letzten Jahren stark von Veränderungsprozessen geprägt. Sich verteuernde Mieten und der Verlust von Gründflächen führen zu Verdrängungsprozessen.

Beispielsweise werden neue Wohnungen der ZBI Gruppe im sogenannten „Güntzareal“ zu einem Mietpreis zwischen 10,30 EUR/m² und 16,00 EUR/m² [1] angeboten. Bei einem Durchschnittseinkommen von 18.922 EUR p.a. [2] und monatlichen MIetzahlungen besipielsweise für eine 4 Raum-Familienwohnung i.H.v. 1.250 EUR pro Monat bleibt mit monatlich 326 EUR nicht genügend Geld für einen Durchschnittsverdiener übrig. Der Anteil an Sozialwohnungen bei den 348 neu errichteten Wohnungen liegt bei 0. Ein dem entgegensteuerndes Projekt der neu gegründeten Dresdner Wohnungsgesellschaft „WID“ zum Bau von 132 neuen Sozialwohnungen in guter Lage zur Elbe wurde durch den Stadtrat gestoppt [5].

Neben der Verteuerung der Bestandsmieten über den Mietpreisspiegel wirken sich die zahlreichen Baumaßnahmen auch auf den Grünflächenanteil aus. So hat die Wohnungsgenossenschaft FLÜWO aus Stuttgart Anfangs des Jahres ihr Grundstück großflächig beräumt und mehr als 25 ausgewachsene Bäume entfernt. Ersatzpflanzungen werden jedoch nicht im direkten Wohnumfeld selbst, sondern bei der bereits geplanten Friedhofserweiterung vorgenommen.[4]

Auch die VONOVIA ist mit zahlreichen Wohnungen in der Johannstadt vertreten. Die Mieter*innen kämpfen auch hier mit dem bekannen Probleme der Wohnlageneinordnung und der damit verbundenen Umstellung der Betriebskosten. Falsche Betriebskostenabrechnungen und fehlerhafte Mieterhöhungen plagen auch hier die Mieter*innen.

Der Stadtteil Johannstadt verdeutlicht einmal mehr, dass die Probleme sehr vielseitig und unterschiedlich sind. Die Ursachen jedoch in den bestehenden gesetzlichen Rahmenbedingungen für Immobilien in Dresden und der Verwertungslogik der Immobilieninvestoren liegen.

Das diese Prozesse nicht zwangsläufig so ablaufen müssen, zeigen zahlreiche positive Beispiele u.a. aus Berlin und Leipzig.

Dafür bedarf es aber in einem ersten Schritt den Zusammenschluss der Mieter*innen. Deswegen rufen wir dazu auf, bildet Hausgemeinschaften, sprecht mit euren Nachbar*innen oder kommt zu unseren regelmäßigen Mieter*innentreffen in den unterschiedlichen Stadtteilen. Das nächste beispielsweise am Montag, den 26.08 17 Uhr im PlatzDa! auf der Wernerstraße 21 in Dresden-Löbtau.

Unser Motto: Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn!

1 https://www.immobilienscout24.de/neubau/dimag-mbhh-co-kg/mietprojekt-dresden/79606.html
2 https://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresden-hinkt-beim-Einkommen-hinterher
3 https://atlas.immobilienscout24.de/orte/deutschland/sachsen/dresden/johannstadt-nord?marketingFocus=APARTMENT_RENT&cmp_creative=immobilienatlas_button_APARTMENT_RENT&cmp_name=residential_atlas&cmp_position=residential_expose&cmp_id=10-04320#/
4 https://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Fluewo-Genossenschaft-bereitet-Bau-von-Wohnungen-in-Dresden-vor
5 https://www.dnn.de/Dresden/Lokales/WiD-Hochhausplanung-fuer-die-Florian-Geyer-Strasse-gestoppt

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